Von Alois Mühlmann

Eine kleine Biographie vom Gannerhof:

Als mein Großvater, der Ganner Seppl, 1971 mit 81 Jahren diese Welt verlassen hat war ich, sein Enkel Alois Mühlmann gerade 15 und er sagte immer wieder zu mir: "Mein Sohn  Lois, im Langis stellen mir wieder Kühe in".Das war 1970. Und dies war ein Auftrag aus diesem kleinen "Hoamatl" doch noch etwas zu machen.

Er hatte es nicht leicht:

Sein Vater, der dieses "Hoamatl" 1879 gekauft hat, verstarb schon mit 50 Jahren und die Mutter, "Ganner Monikl" musste den verschuldeten Hof weiterführen. 3 von 4 Söhnen fallen im ersten Weltkrieg.
Nach 9- jährigem Militärdienst kehrte mein Großvater 1918 als jüngster und einzig überlebender Sohn vom Krieg zurück.

Erst 1925 heiratete mein Großvater die Nachbarin Notburga Schett, die 1929 einen Sohn, meinen Vater Johann Mühlmann, zur Welt gebracht hat.
15 Jahre später erkrankte die Großmutter und erlag ihrer schweren Krankheit 1945. Mein Vater war damals 16 Jahre jung, wurde vom Großvater recht streng weiter erzogen, ihm wurde jedoch die Welt im Villgratental und am "Gannerhoamatl" bald zu klein..Er zog aus um Arbeit, Brot und Frau zu finden. 1951 heiratete mein Vater Josefine Artzmann aus dem Mölltal.

Meine Eltern zogen weg, die Mutter kehrte zurück auf den Hof und musste uns 3 Kinder alleine aufziehen.
Als es klar war, dass mein Vater nicht mehr zurück kommen wird und meine Mutter den Großvater mit in Pflege nahm, war ich sein Sohn und er mein Vater. Somit auch Hoferbe.19971 starb mein Großvater.

Ich habe mich gefreut das "Gannerhoamat" zu übernehmen.

Nach einigen, nicht allzu fruchtbaren Jahren, zog auch ich aus um Lebenserfahrungen zu sammeln, nach Lech am Arlberg. Dort habe ich meine Frau Monika kennen und lieben gelernt. Sie war eine gelernte Kellnerin, das war nun  der ausschlaggebende Moment, aus dem "Gannerhoamat" das zu machen, was ich mir gewünscht hatte. Nicht Kühe sind es geworden sondern ein Gasthof.
Wir zogen gemeinsam 1977 wieder nach Innervillgraten und bald war unsere Freude groß, unsere Petra ward geboren. Bereits begonnen, den Gannerhof um- und auszubauen, meldete sich  auch unser Sohn Josef. 

Jetzt wird geheiratet. 1980 durfte ich meine Frau die Monika zum Altar führen.

1981 eröffneten wir den Gannerhof. Als unser Koch im September einfach nicht mehr zur Arbeit kam, blieb kein Ausweg, als selbst in die Küche zu gehen. Es war nicht leicht, 2 kleine Kinder, die finanzielle Last, die jugendliche Unerfahrenheit
Die Mithilfe unserer Mütter war dann eine notwendige Unterstützung.
Bis wir 1986 dann zum Entschluss kamen, so einfach geht es nicht! Wir hatten kein Konzept! Weiter ausbauen, vergrößern, Beratungen von außen....

Nein wir setzten auf Qualität!

Josef Schett hatte gerade seine Landwirtschaft auf Schafzucht umgestellt und die so genannte "Villgrater Natur" gegründet. So  haben wir laufend gute Grundprodukte von den Bauern vom Ort und aus dem Tal bekommen.

Bald kamen Hauben und Kronen und gute Kritik in Medien dazu. Monika habe ich das Kochbuch von Liesl  Wagner-Bacher geschenkt und es hat ihr gefallen. Einige Besuche bei ihr in der Küche brachten den letzten Schliff in Gannerhofs Küche.
Ich studierte den österreichischen Wein und kann heute auf eine gute und umfangreiche, ausschließlich Österreichische Weinkarte hinweisen.

Was noch zu sagen ist: Wir haben uns über Hauben und Kronen sehr gefreut!
 Kochen müssen wir für den Gast!
Die Freuden der Gäste sind auch Unsere!

Mit Ihrem Besuch unterstützen Sie unsere Ideen und Art gute Gastgeber zu sein und zu bleiben.
Herzlich, mit Grüßen Alois Mühlmann.

Villgrater Viergesang